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Buchpräsentation: "Die Irschenberger im I. Weltkrieg"

Beschreibung:

Am 11. November 2018 jährt sich zum hundertsten Mal das Ende des I. Weltkriegs.

Wenn sich niemand der heute noch Lebenden noch an persönliche Begegnungen mit den Kriegsteilnehmern der Jahre 1914 – 1918 erinnern kann, dann sind diese Zeit und ihre Menschen in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit unwiederbringlich verloren.

Damit dies nicht geschieht, war es das Anliegen von Gisela Hennen, die kriegsteilnehmenden Irschenberger Soldaten der Irschenberger Bevölkerung noch einmal in Erinnerung zu bringen.

Eine Reihe von Familien überließ der Autorin Fotografien und Ansichtskarten ihrer ehemaligen Verwandten und Freund, die Frontkämpfer gewesen waren. Unter Einbezug der seit 2011 online gestellten Bayerischen Kriegsstammrollen gelang es der Autorin, 283 Kriegsteilnehmer zu ermitteln. Von diesen stammen 252 aus Irschenberg, Frauenried, Reichersdorf und Niklasreuth, die restlichen Soldaten wurden, obgleich sie keine Irschenberger waren, trotzdem als Verwandte und Freunde mit erfasst.

Die Dokumentation enthält genaue Angaben über die persönlichen Daten des jeweiligen Militärangehörigen, über seinen Dienstgrad, über die Zugehörigkeit zu den im Lauf des Krieges wechselnden Regimentern und Kompanien. Sie verzeichnet seine Teilnahme an bestimmten Gefechten und Schlachten, wie beispielsweise an der Westfront bei Arras, Verdun oder an der Somme. Ferner wird festgehalten, welche militärischen Auszeichnungen sich der Militärangehörige erworben hat und welche Krankheiten oder Verwundungen er sich zugezogen hat. Die Daten seiner Krankheitsdauer in Krankenhäusern oder bei Verwundungen in Lazaretten werden ebenfalls erfasst. Bei leider jedem fünften Irschenberger Soldaten, der gefallen ist, sind auch, sofern bekannt, die Todesstunde und der Sterbeort angegeben.

Was aber in dieser Dokumentation über den Rahmen dieser nüchternen Zahlen hinausgeht und damit den Reiz des Buches ausmacht, ist die Tatsache, dass es Gisela Hennen gelungen ist, den meisten dieser Männer durch gründliche Recherche „ein Gesicht“ zu geben. Was ist damit gemeint? Gisela Hennen war bestrebt, diese Irschenberger aus der Anonymität einer kämpfenden Masse herauszuführen, sich ihrer Persönlichkeit anzunähern und ihnen einen Teil ihrer Individualität zurückzugeben.

So stellt sie beispielsweise dar, was ein Irschenberger Armierungssoldat beim Erstellen von Unterständen, ein Sanitäter beim Retten von Verletzten vom Schlachtfeld, ein Trainfahrer aus Loiderding beim Lenken von sechsspännigen Pferdefuhrwerken unter Granathagel zu leisten hatte und welchen Gefahren sie alle durch gegnerische Kriegshandlungen ausgesetzt waren. Oder sie beschreibt den Verlauf einer bestimmten Schlacht, wie die bei Rimnicul-Sarat in Rumänien, und die Aufgabe, die im Rahmen dieser Kampfhandlungen einem Irschenberger Kriegsteilnehmer als Infanterist, Stoßtruppangehöriger oder Minenwerfer zukam.

So kann sich der heutige Leser eine Vorstellung von den damaligen Strapazen, Gefahren und Leiden machen, die beispielsweise sein Großvater erlitten hat, und die Erinnerung an ihn wieder lebendig werden lassen.

Wegen der vielen familiären Bezüge eignet sich die Dokumentation auch als Quelle zur Familienforschung.

Das Buch erscheint im Maurus-Verlag, Miesbach. Es umfasst 470 Seiten, enthält über 400 Bilder und kostet 48 Euro. Es wird am 17. November 2017 abends um 19:30 Uhr im Irschenberger Trachtenheim präsentiert und zum Verkauf angeboten. Wer will, kann es von Gisela Hennen signieren lassen. Die gesamte Bevölkerung ist zur Buchpräsentation herzlich eingeladen.

Termin:
Ort:Trachtenheim Irschenberg